Geschichte, Handwerk u. Kultur 136 ausgewählte Mostschänken Mostschädel-Wörterbuch
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  Vorwort der Herausgeber
mit "Mostreichhymne"
  Auf den Spuren der Mostschädel
  8000 Jahre Obstbaugeschichte
  Oö. Mostkulturgeschichte
  Alte oö. Mostobstsorten
  Mostmachen damals & heute
  Europas Obstweinkultur
  Anleitung für Feinschmecker
  Epilog der Autoren
 
 
 
 

Dös beste und g’sündeste Getränk,
Wann i wiadawöll denk,
Wann i nur a weng kost,
Is ållweil der Most.

Franz Stelzhamer

Dass Oberösterreich noch immer das Streuobstbauland Nummer 1 in Österreich ist, liegt an der Verbundenheit der Bäuerinnen und Bauern mit unserem schönen Heimatland und am Fleiß bei der Pflege und Nutzung der Obstbaumflächen. Gerade heute ist es ja nicht mehr selbstverständlich, diese mühevollen Arbeiten, großteils Handarbeiten, durchzuführen.
Die Bestände haben zwar in den letzten 50 Jahren um rund 40 % abgenommen, aber auch die verbliebenen Streuobstbestände sind ein besonderes Naturjuwel in unserer Kulturlandschaft. Mehr als 1,2 Millionen Bäume auf rund 15.000 Hektar Fläche gilt es zu pflegen und zu nützen.
Viele Initiativen, Gemeinschafts- und Einzelprojekte der Mostbauern geben Anlass zur Freude und Zuversicht zur Bewahrung und Weiterführung des Streuobstbaues in Oberösterreich. Die Interessenvertretung und die Landespolitik unterstützen die Bemühungen der Bäuerinnen und Bauern im besten Sinn des Wortes.

Mostkultur in Oberösterreich
Die Landessäure - unser Most - ist seit jeher aus großen Gefäßen bei Tisch oder auch bei Arbeiten am Feld getrunken worden. Die Mostkrüge waren früher aus Ton, dann aus gebranntem Ton - so genannten irdenen Krügen - weiters aus Steinzeug und heute fast ausschließlich aus Keramik (mehr dazu gibt es auf der nächsten Seite). Eine Trinkkultur mit Gläsern hat sich in Oberösterreich deshalb beim Most nicht entwickelt. Das Land OÖ hat deshalb eine Initiative gestartet und einen Wettbewerb für das oö. Mostglas ausgeschrieben. Am 13. November 1993 wurde das neu entworfene Mostglas von LR a. D. Leopold Hofinger im Bildungszentrum St. Magdalena beim Leopoldifest aus der Taufe gehoben. Das Mostglas mit Henkel stellt eine Mischung aus Apfel und Birne dar. Bisher sind 40.000 Stück mundgeblasene Bleikristallgläser mit einer Apfel-Birnen-Gravur hergestellt worden (Bild oben). Sehr erfreulich ist die Entwicklung beim Mostkonsum in den letzten Jahren. Qualitätsverbesserung, Mostgütesiegel und die vielen Mostverkostungen haben dazu beigetragen, dass der Most in seiner edelsten Form wieder salonfähig geworden ist und auch in vielen Wirtshäusern wieder angeboten wird. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Genuss im "Mostland Oberösterreich"!  weiter

von Ing. Ernst Simader, Projektleiter seitens des Landes OÖ

...Und då hör i an Gugu* aus da Mostflåschn schrein ...
Schlusslied (allen Huckenbleibern gewidmet von Henning Schimmel)

Und der Adam håt d’ Liab aufbråcht und der Noah den Wein
Und der David des Zithernschlågn; ´s miass’n Mostfreind g´wen sein...

*Aus dem Volkslied „Und då gang i an Peters Brünnele” (mit freien Stücken gesungen).

*Ein Kuckuck kann sich im Kopf niederlassen, wenn man bei einer lustigen Aicht (geselligen Runde) das allerletzte Krügerl Most öfter bestellt. Die alte Binderin (Gott hab sie selig) - von ihr holte ich als Kind die besten Krenwurzen des Dorfs - mochte jenen Most, wo 's Baucherl brummt und 's Kopferl summt. Sie verschaffte mir öfter ein kleines Adventsräuscherl, weil ich ihr Vorkoster war. Mein Freund G. präferiert wie sein Opa (Gott hab ihn selig) hingegen jene Mostbirn, wo 's da 's Hemdzipfl hint'n aussaziagt. Ich kann das soweit verstehen, wie mein Freund Laakirchner ist.

Ton, Steine, Scherben
Ohne Scherben wären Historiker recht glücklose Menschheitsforscher: Die Archäologie hätte ohne Töpferware keine Frühkulturen bestimmen können, wie z. B. für 5500 v. Chr. jene der Band- oder für 2500 v. Chr. die der Schnurkeramiker. Deren Technik, Verzierungen mit Schnüren in den weichen Ton zu drücken, findet sich gar noch in den ältesten unserer Ton- und Steingutfunde!
Fest steht nämlich, dass schon die herumbandelnden Bandkeramiker in unserem Raum Scherben hinterließen. Wen wundert also, dass der wertbeständige Mostschädel den irdenen Krug, das tönerne Gefäß, beim Mostgenuss dem Glas bevorzugte! Trotz großer oö. Glasbläsertradition will man nämlich lieber aus dem tönernen Klangkörper heraushören, was da die liebsten Apferln und Birnen singen - mit feingärigem Klang:  weiter

Und der Adam håt in Åpfi gessn
und die Eva in Stü'.
Wår da Adam scho fertig
(mit'n Most),
håt die Eva no vü.
(Prost!)
Letztes Gstanzl von "Peters Brünnele" (in Klammer frei Hineingesungenes)

von Henning Schimmel

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