Dös beste und g’sündeste
Getränk,
Wann i wiadawöll denk,
Wann i nur a weng kost,
Is ållweil der Most.
Franz Stelzhamer
Dass Oberösterreich noch
immer das Streuobstbauland Nummer 1 in Österreich ist,
liegt an der Verbundenheit der Bäuerinnen
und Bauern mit unserem schönen Heimatland und am Fleiß bei
der Pflege und Nutzung der Obstbaumflächen. Gerade heute
ist es ja nicht mehr selbstverständlich, diese mühevollen
Arbeiten, großteils Handarbeiten, durchzuführen.
Die Bestände haben zwar in den letzten 50 Jahren um rund
40 % abgenommen, aber auch die verbliebenen Streuobstbestände
sind ein besonderes Naturjuwel in unserer Kulturlandschaft.
Mehr als 1,2 Millionen Bäume auf rund 15.000 Hektar Fläche
gilt es zu pflegen und zu nützen.
Viele Initiativen, Gemeinschafts-
und Einzelprojekte der Mostbauern geben Anlass zur Freude und
Zuversicht zur Bewahrung und Weiterführung des Streuobstbaues
in Oberösterreich.
Die Interessenvertretung und die Landespolitik unterstützen
die Bemühungen der Bäuerinnen und Bauern im besten
Sinn des Wortes. Mostkultur in
Oberösterreich
Die Landessäure - unser Most - ist seit jeher aus großen Gefäßen bei Tisch oder
auch bei Arbeiten am Feld getrunken worden. Die Mostkrüge waren früher aus Ton,
dann aus gebranntem Ton - so genannten irdenen Krügen - weiters aus Steinzeug
und heute fast ausschließlich aus Keramik (mehr dazu gibt es auf der nächsten
Seite). Eine Trinkkultur mit Gläsern hat sich in Oberösterreich deshalb beim
Most nicht entwickelt. Das Land OÖ hat deshalb eine Initiative gestartet und
einen Wettbewerb für das oö. Mostglas ausgeschrieben. Am 13. November 1993 wurde
das neu entworfene Mostglas von LR a. D. Leopold Hofinger im Bildungszentrum
St. Magdalena beim Leopoldifest aus der Taufe gehoben. Das Mostglas mit Henkel
stellt eine Mischung aus Apfel und Birne dar. Bisher sind 40.000 Stück mundgeblasene
Bleikristallgläser mit einer Apfel-Birnen-Gravur hergestellt worden (Bild oben). Sehr
erfreulich ist die Entwicklung beim Mostkonsum in den letzten Jahren. Qualitätsverbesserung,
Mostgütesiegel und die vielen Mostverkostungen haben dazu beigetragen, dass der
Most in seiner edelsten Form wieder salonfähig geworden ist und auch in vielen
Wirtshäusern wieder angeboten wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude und Genuss
im "Mostland Oberösterreich"! weiter
von Ing. Ernst Simader, Projektleiter
seitens des Landes OÖ
...Und då hör i an Gugu*
aus da Mostflåschn schrein ...
Schlusslied (allen Huckenbleibern gewidmet von Henning Schimmel)
Und der Adam håt d’ Liab
aufbråcht
und der Noah den Wein
Und der David des Zithernschlågn; ´s miass’n
Mostfreind g´wen sein...
*Aus dem Volkslied „Und då gang i an Peters
Brünnele” (mit freien Stücken gesungen).
*Ein
Kuckuck kann sich im Kopf niederlassen, wenn
man bei einer lustigen Aicht (geselligen Runde) das
allerletzte Krügerl Most öfter bestellt. Die alte Binderin
(Gott hab sie selig) - von ihr holte ich als Kind die
besten Krenwurzen des Dorfs - mochte jenen Most, wo 's
Baucherl brummt und 's Kopferl summt. Sie verschaffte
mir öfter ein kleines Adventsräuscherl, weil ich ihr
Vorkoster war. Mein Freund G. präferiert wie sein
Opa (Gott hab ihn selig) hingegen jene Mostbirn, wo 's
da 's Hemdzipfl hint'n aussaziagt. Ich kann das soweit
verstehen, wie mein Freund Laakirchner ist.
Ton, Steine, Scherben
Ohne Scherben wären Historiker recht glücklose Menschheitsforscher:
Die Archäologie hätte ohne Töpferware keine Frühkulturen
bestimmen können, wie z. B. für 5500 v. Chr. jene der
Band- oder für 2500 v. Chr. die der Schnurkeramiker.
Deren Technik, Verzierungen mit Schnüren in den weichen
Ton zu drücken, findet sich gar noch in den ältesten
unserer Ton- und Steingutfunde!
Fest
steht nämlich,
dass schon die herumbandelnden Bandkeramiker in unserem
Raum Scherben hinterließen.
Wen wundert also, dass der wertbeständige Mostschädel den irdenen Krug, das tönerne
Gefäß, beim Mostgenuss dem Glas bevorzugte! Trotz großer oö. Glasbläsertradition
will man nämlich lieber aus dem tönernen Klangkörper heraushören, was da die
liebsten Apferln und Birnen singen - mit feingärigem Klang: weiter
Und der Adam håt in Åpfi gessn
und die Eva in Stü'.
Wår da Adam scho fertig (mit'n Most),
håt die Eva no vü. (Prost!) Letztes
Gstanzl von "Peters Brünnele" (in Klammer frei
Hineingesungenes)
von Henning Schimmel
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