Geschichte, Handwerk u. Kultur 136 ausgewählte Mostschänken Mostschädel-Wörterbuch
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Most
Mostrich
 
unvergorener, frisch gekelterter Fruchtsaft, Apfel- od. Birnenwein (oö. Eigenart: Mischlingsmost aus einem Teil Mostäpfeln und drei Teilen Mostbirnen gekeltert). ital. Mosto, franz. Muôt (Cidre für Apfel und Poirée für Birnenwein); Aller Worte Ursprung ist lateinisch:
(Vinum) mustum, musti: Most
mustus: jung, frisch, unreif
mustulentus: mostreich
Senf, ndt., bedeutet eigentlich „brennender Most”, kommt es doch vom lateinischen Mustum ardens - brennender Most - Senf, altfranz. mostarde, franz. moutarde, engl. mustard; echter Dijonsenf wird nach wie vor nicht mit Essig, sondern mit dem Saft unreifer Trauben (Muôt) angesetzt.

 Etymologie zum Mostobst

   
 
Butz-/Dutzbirn
(her)birnen
rass
resch
fesch
låb
hab, habn
hantig
müd
siaß
picksiaß
siaßlat
siaßln
umgfoin
schledern
schludern
Gschlåder(-at)
Noagerl
Foam
Ranftl
hälledi
Hoanzl
Hoanzlbeng/-bock/
-goaß
Rastlbinder
Pofesn
Kircheln
Schmankerl
Schmant
Zötn
 
zärtlicher Klaps
hinfallen, verhauen
ranzig, herb, scharf; v. mhd. raeze; a Rasse: scharfzüngige Frau; beim Most: zu viel Fruchtsäure.
mutig, knusprig, lebhaft, derb; v. mhd. roesche - rau; a Resche: eine resolute Frau; beim Most: säuerlich, ungesüßt (und erfrischend!)
schön, erfreulich
lau, fad, langweilig, lauwarm
das tut der Most, klebt er pelzig am Gaumen; hab sein, sich haben - beleidigt sein
bitter, gallig; v. mhd. hantec - bitter; hantig und grantig (übellaunig) reimt sich nicht von ungefähr
mild (Most: niemals müde!)
süß;
klebrig süß
süßlich
Süße ausströhmend, in Oberösterreich auch für liebdienerisches Verhalten
umgefallen, gekippt, zu Essig gewordener Most
(zu) viel trinken, regnen; zu mhd. slâte - Schilf (halb im Wasser);
trinken, mies arbeiten;
Dünnflüssiges; verwässerter Most (Streng verboten!)
Rest im Glase, von: Neige
Schaum; ahd. (engl.: foam)
dünne Schicht; mhd. ranft - Einfassung, Rand; zu: Mostgeläger
pur, unverdünnt; von: ledig
erster abgezogener (abgesogener) Saft (auch beim Bierbrauen)
Schnitzbank des Fassbinders; Hoanzlkopf: Dieser klemmt das Arbeitsstück ein
Siebmacher; gesprungenes Tongeschirr wurde mit Kartoffelmasse geklebt und mit Drahtgeflecht stabilisiert (vergleiche: Raster)
(Pafese), Süßspeise aus zwei Weißbrotscheiben (eig. -schilden); in Wien mit Hirn gefüllt; scherzhaft für Gehirn • „Pofesnkammerl”; vom ital. Pavesi- aus Pavia (Doppelschildkämpfer!)
Kücheln, kleine Kuchen
Leckerbissen; urspr. bayr. Süßspeise; von ahd. smant
Rahm
flaches Gebäck, Lebzelten

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Edelreis
(oder Edelreiser)
Unterlage
Pfropfung
(å)pfätzen
Bira
Zweig von einer Sorte, der ganz bzw. von dem ein Teil zur Veredelung auf einer Unterlage verwendet wird; mhd. rais (vergl. das Lied „Es ist ein Reis ensprungen”)
aus Samen bzw. Wurzelausläufern gezogene Pflanze, die zum Veredeln bestimmt ist Okulation • Einfügen eines Rindenstückchens mit Auge ( • Knospe) hinter die Rinde der Unterlage
Einfügen eines Edelreises mit mehreren Knospen hinter die Rinde oder in den Holzteil der Unterlage; in Hessen Possen genannt.
pelzen, ältestes Wort für das Veredeln von Obstbäumen; mhd. pfeltzen, vermutl. v. mhd. apfel; Pfeltzpewnt: Baumschule, erstmals erwähnt im deutschsprachigen Raum 1371 in OÖ!
Birne in Mundart (von lat. pira)

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Schaunk/Schänkn
Der Mundschenk
(Wörtlich) ausgestorben ist nur dieser: Leitgeb
Schänke (auch Schenke), Schanktisch, Wirtshaus; von mhd. shänkan, german. skankija - einschenken, v. altnord. skakkr - schräg; ursprünglich also: „aus einem Gefäß schräg aus- und einschenken". Unsere neuhochdeutsche Bedeutung Geschenke geben stammt aus dem uralten Brauch, bei Empfängen sowohl Getränke auszuschenken als auch Geschenke auszuteilen. Solche Gelegenheiten hießen „eine schenke veranstalten”. Nichts mag umsonst sein, aber bei einer Schenkung gab es Freimost.
nahm eine hohe Stellung im Feudalwesen ein und war ursprünglich für die Versorgung des Hofes mit Weinen, später auch für die königlichen Wein- und Obstgärten zuständig, ein Amt mit großer Verantwortung und eine Vertrauensstellung. Ähnlich dem seit der Antike bekannten Amt des Vorkosters vertraute der Herrscher dem Mundschenken seine Gesundheit und sein Wohlergehen an. Bereits in der Bibel (Buch Genesis sowie 1. Buch Moses Nemehia) wird der Mundschenk des Pharao hervorgehoben.
Mostwirt; va. von mhd. lît - Leit - Obstwein, Most; Abstammung der typ. oö. Nachnamen Leitgeb, Leutgöb; in Kaltenleutgeben (im Wienerwald) gab oder schenkte einer kalten Most aus, was beweist, dass zuerst die Mostschänke da war - und dann der Ort.
 
 
ahd/mhd.: althochdeutsch, mittelhochdeutsch, dt.: deutsch, ndt.: norddeutsch, lat.: lateinisch, ital.: italienisch, franz.: französisch, engl.: englisch,
ae.: altenglisch, va.: veraltet

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