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Äpfel und Birnen im Sprachvergleich:

Apfel auf Ägyptisch. Die erste Hieroglyphe für den Apfel wurde vor rund 3.000 Jahren niedergeschrieben.

Unser Wort Apfel stammt vom mhd. apfel (8. Jh.), ahd. apful, aphul ab und hat eine urige Geschichte. Es war der wilde Holzapfel, der schon auf Krimgotisch apel genannt wurde. Im Kelti-schen (altir. ubull, uball), Baltischen (lit. óbalas) und Slawischen (altserb. jabluko) geht das Wort auf dieselbe indoeuropäische Wurzel zurück. Fast ident klingen heute noch in allen slawischen sowie germanischen Sprachen die Wörter für das kleine Uräpfelchen.
In Italien hingegen hat sich mit mela die Kulturapfelbezeichnung malum der Römer festgesetzt (seine traurige Geschichte s. u.) und das alte indoeuropäische Apfelwort verdrängt, ähnlich wie es in Frankreich das Wort pomme (von lat. pomus) tat.
Pomme de terre und unser Erdapfel beinhalten jedenfalls wieder die gleiche geistige Assoziation, die in manchen Gegenden Deutschlands wie Österreichs lieber Grummbirn’ (Grummbeer) genannt wird: die Kartoffel als Birne (oder Apfel) in der Erdkrume.
Der Augapfel (ahd. ougaphul, 12. Jh.) ist eines der wenigen überlieferten Wörter des Mittelalters, als alles Runde gerne mit dem Apfel verbunden wurde. Nur noch in Ortsnamen erhalten ist das altnordische apaldr oder ahd. apholter für den Apfelbaum, sei es mit dem Dörfchen Apfoltern oder mit der Stadt Apolda in Thüringen.

Die Birne kam kultiviert. Die Birne, mhd. bir(e), ahd. bira, pira, wurde, ähnlich wie exotische Südfrüchte heute, als Name übernommen. Aus lateinisch pira (f.) oder pirum (n.) wurde Birne. Ähnlich klingen peer (NL), pear (GB), poire (F) und das isländische pera. Wie die schon zuvor vorhandenen Holzbirnen benannt wurden, bleibt ein Geheimnis. Das lateinische Wort ist allerdings seinerseits aus einem vorindogermanischen Mittelmeer-wort entlehnt worden und könnte im griechischen Wort „achras“ für die Wildbirne verborgen sein.

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